Der kategorische Imperativ Was man nicht alles als einfacher Bürger dieses Landes sein soll: gesetzestreu, (steuer-)ehrlich und ansonsten bitteschön auch immer schön rücksichtsvoll und pflichtbewusst. Das alles ist ja auch gut und schön, so lange die zielsetzenden und verlangenden Instanzen wie Bund, Land, Kommune und politisches Entscheidungsträger diese hehren Vorgaben nicht tagtäglich untergraben würden.
Ein kleines Beispiel: ich bin als nunmehriger Hausbesitzer angehalten meinen Bürgersteig sauber zu halten, dies vor allem im Winter. In Lübeck bedeutet das zur Zeit: fegen, fegen, schippen und fegen. Streuen bitte nicht vergessen! Es geht mir nur noch auf den Senkel, und doch bin ich auch noch so treudoof und mache das. Manchmal sogar mehrmals am Tag. Meine Intention ist dabei aber vor allem die Absicherung meiner Mitmenschen sowie die Vermeidung etwaiger Schmerzengeldansprüche Dritter. Gleichzeitig wäre mir es für mich auch mehr als peinlich wie beschämend, sollte jemand auf Grund meiner Fahrlässigkeit oder Bequemlichkeit zu Schaden kommen. Zur Klarstellung: ich bin jetzt kein Held. Ich finde einfach, dass sich das so gehört!
Anders meine Kommune: Straßen werden nicht geräumt, Bürgersteige nicht gefräst ( Schneefräse!!!) geschweige denn gestreut, abgetaut etc. pp. . Es soll ja auch kein Streugut mehr geben. Ausser natürlich in meinem Tante-Emma-Laden um die Ecke, da gab und gibt es wunderlicherweise immer noch Streugut.
Gut, alles auf einmal kann man nicht machen, das leuchtet schnell ein. Nur frage ich mich dann, wo genau die Prioritäten liegen!? Nach meiner Logik sind dies die Hauptverkehrsstraßen, sowie die vom ÖPNV genutzten Strecken und zudem alles rund um den Bahnhof, Schulen und in der Altstadt. Aber vielleicht denke ich ja auch falsch, womöglich zu viel, denn: passiert ist so gut wie nichts! Selbst vor dem Gebäude der Stadtwerke war rund zwei Wochen nicht vernünftig gestreut. Ein erbärmliches Schauspiel! Gleichzeitig wird offensichtlich in Kauf genommen, verklagt zu werden. Ist wahrscheinlich in Summe billiger als vernünftig zu streuen. Müsste ich bei mir auch mal durchrechnen! Das Schlimme ist, dass ich mittelbar trotzdem zahle. Einerseits durch meine Abgaben für die Straßenreinigung, andererseits durch die Steuerlast.
Und diese Scheissegalhaltung der Gebietskörperschaften beziehungsweise der sie tragenden Persönlichkeiten zieht sich wie ein roter Faden durch das Land. Was soll denn so etwas wie die erkaufte Klientelpolitik der FDP, die Privatreise des Ministerpräsidenten Wulff, Spendenaffären etc. pp. .
Wie soll denn aus diesem Land so noch etwas werden???
Auch in Bad Schwartau muss man Schnee schippen, fegen, streuen usw.
-”- befinden sich Fusswege und Strassen in einem nicht begeh- oder befahrbaren Zustand. Letzte Woche schickte der Zweckverband einen Radlager durch unsere Strasse, der die “Loipen” für die tags darauf vorfahrende Müllabfuhr einebnete; immerhin. Aber es war der ZVO und nicht die Stadt Bad Schwartau !
Falls es im angesprochenen Tante Emma-Laden noch Streugut gibt, bitte ich, für mich einiges zu reservieren oder den Laden zu benennen. Denn ich laufe auf der Suche nach Derartigem erfolglos herum.
So, da sind wir beim Thema: auch ich finde es für erforderlich, ggf. auch mehrmals täglich zu schieben, fegen und streuen. Auch ich möchte nicht, dass durch meine Fahrlässigkeit andere zu schaden kommen. Aber was tun, wenn es nichts zu streuen gibt. Max Bahr hat mir heute ein fax gezeigt, wonach dieses Jahr (!) kein Streugut mehr in den Einzelhandel kommen soll; Baustoff Richter sagte ähnliches. Leider kann ich kein Bussgeld wegen mangelhafter Vorbereitung der Verantwortlichen und fehlender Versorgung verhängen. Da sind die Kommunen ja wesentlich großzügiger…
Bei uns ist doch eigentlich der Februar erst der richtige Wintermonat. Was dann ? Sollen wir uns dann alle einschliessen und werden aus der Luft versorgt ? Es ist doch z.B. Kindern und Älteren sowie Gehbehinderten nicht zuzumuten, sich durch Polarlandschaften wie auf unseren Wegen und Strassen zu kämpfen.
Hier könnte Guido Brüderle (ist ja egal, wen man nennt) jetzt alle Gebühren für Strassenreinigung u.ä. für das Jahr 2010 aussetzen und die Folgeschäden aus dem Hotelgewerbe eintreiben. Die machen ja gerade Gewinn und geben ihre Ersparnis weder an die Kunden weiter noch wird investiert. Muss doch was da sein.
Ach, Sch…, man regt sich nur auf. Ein Generalstreik wegen unzumutbarer Verkehrsverhältnisse (gilt natürlich auch für Schulen) ist eigentlich alles, was mir so einfällt.
Nicht vergessen: Streugut für Bernd
NACHTRAG:
Ich weiss gar nicht, warum wir so ablästern.
Den LN von heute durfte ich entnehmen, dass die Hansestadt LÜBECK immerhin insgesamt 3 STREUFAHRZEUGE (!!!) im Einsatz hat, wie der Polizeisprecher beglückt feststellen konnte ! Dafür werden dann Strassen gesperrt; armes Lübeck !
Ja, eine reife Leistung seitens der Hansestadt. Das nenne ich allzeit bereit!
Wobei “Streu” ja relativ ist, es wird nämlich keine Salz gestreut…
PS: jetzt gibt es auch nur noch Salz im 10kilo Pack im TE-Laden, ist auch nur Meersalz, aber besser als nüscht!!!
WAS IST LOS ???
Ich muss das jetzt einfach mal loswerden: keine Käßmann z.B., auch kein Apothekerlehrling (äh Gesundheitsminister), kein Rüttgers undundund
- ist denn seit Januar gar nichts mehr passiert ?
Oder soll dieser blog totlaufen ? -> ES musste mal ‘raus !