Hannover Der Nationaltorwart ist tot und der Medienzirkus überschlägt sich einmal mehr. Die Witwe wird noch genötigt, eine Stellungnahme unter Tränen zu geben und wir können sicher sein, dass wir das die nächsten zwei Wochen aus allen erdenklichen Kamerawinkeln zu sehen bekommen. Aber viel schlimmer ist, dass der wahre Schuldige an dieser Sache jetzt tot ist. Was für ein feiges Schwein Du bist, Robert Enke. Lässt Deine Frau und Dein (Adoptiv-)Kind allein zurück. Dem Zugfahrer geht es jetzt bestimmt auch prickelnd. Mir fällt dazu ehrlich gesagt nichts mehr ein…
Jo, Depressionen sind schlimm, aber das ist eine Volkskrankheit, das Drama, das hier gerade wieder darum gestrickt wird, ist schon wieder echt peinlich.
Klar, armer Mann, Depressionen, aber ich sehe es ähnlich, dass dieser Medienrummel um einen Menschen, der sich mit Selbstmord selber aus dem Leben gekickt hat, dieses Mal wirklich unfassbare Ausmaße angenommen hat.
Wie kann jemand so viel “Anerkennung” für seinen Selbstmord bekommen? Und was hat er denn schon wirklich geleistet bisher, dass er eine Trauerfeier verdient, wie es sie gerade gegeben hat?
Diese Welt ist einfach aus den Fugen geraten, die Schwerpunkte sollten wirklich mal woanders liegen. Und wie unlängst bei Michael Jackson sollte man mal überlegen, ob der Tod eines Menschen alles vorher Gewesene bzw. die unrühmliche Art seines Todes ungeschehen macht und ihn von allem freisprechen darf!
Falls also einer der anderen Sportler, die gerade heulen, sie würden ja auch so sehr an Depressionen leiden, ebenfalls einen Selbstmord plant, um dafür so viel Anerkennung und eine tolle Trauerabschiedsparty zu erhalten, dann vielleicht mit einer Methode, die keine anderen Menschen trifft. Vor den Zug werfen, meine Fresse, warum nicht gleich von einer Brücke auf eine voll befahrene Autobahn!?
Endlich mal einer, der das genau so sieht!
Der Hype ist ja im Moment unerträglich!!!
Habe mir erst jetzt wieder den Blog angesehen und bin doch sehr erstaunt. Ich hatte schon gedacht, ich wäre völlig bescheuert, weil ich diesen ganzen Hype überhaupt nicht nachvollziehen kann.
Da schmeisst sich jemand vor einen Zug, belastet mindestens zwei unschuldige Lokführer, die jetzt womöglich für den Rest ihres Lebens in Depressionen fallen müssen, von den Belastungen für Rettungskräfte u.a. mal abgesehen. Das spricht nicht gerade für ein tollen, rücksichtsvollen Menschen; es hätte sicher andere Möglichkeiten für einen Abgang gegeben. Seine Frau kann nun sehen, wie sie klarkommt …
Wer war denn dieser Robert Enke ? Es hat sicher viele positive Eigenschaften gegeben, die nicht jeder kennt, insbesondere sein soziales Engagement. Als Fussballtorwart haben noch vor gar nicht langer Zeit Kahn, Bierhoff, Honess, Klinsmann u.a. ihm die absolute Weltklasse abgesprochen.
Zumindest in der Nationalmannschaft habe ich in seinen acht Spielen nie das Gefühl gehabt, er hätte seine Abwehr im Griff, würde die Vorderleute vernünftig organisieren usw. Ein guter Torwart ja, aber davon gibt’s viele. Wahrscheinlich hat er sich von so einem durchgeknallten Typ wie Tim Wiese sehr positiv unterschieden. Ich kenne bzw. kannte ihn nicht näher und kann das sicher nicht beurteilen, aber warum werden seine so tollen Eigenschaften erst jetzt bekannt. Auch sein psychotherapeutischer Vater war sich da wohl nie so sicher …
Und jetzt ARD, N24, Phoenix (!), DSF und was weiss ich: alles live. Das macht einen fertig. Was passiert dann erst, wenn ich mir das Leben nehme; nicht auszudenken !
Es stimmt schon: unsere blöde SAT1, RTL, VOX und Kabel1-Gesellschaft macht jeden Scheiß mit; ist offenbar fast so gut wie “Bauer sucht Frau”, da darf auch die Kanzlerin nicht fehlen (immerhin habe ich diesmal nichts von Frank-Walter und Genossen gehört. Das ist schon was).
Toll, dass es Euch gibt und Ihr Eure Meinung so offen äußert. Ihr habt mich vor meiner drohenden Depression gerettet, weil ich schon an mir gezweifelt habe.
Ich kann einige Gedankenansätze, die hier geschildert worden sind verstehen.
Dennoch bin ich mitlerweile einer anderen Meinung. Ich habe Fälle der Depression in meiner Familie und in meinem engsten Freundeskreis.
Dadurch ärgere, verzweifele und trauere ich oft genug aufgrund dieser Krankheit. Und eines muss den hier Schreibenden bewusst sein: Ihr habt von der Krankheit keine Ahnung!
Man sollte nicht über Depressionen urteilen nur weil man schon mal traurig war.
Genauso wenig wie auch ich, weiß ich wie es sich anfüllt, wenn man schwerst depressiv ist. Doch aufgrund der Nähe zu diesem Krankheitsbild, hatte ich die Möglichkeit immer wieder zu hinterfraagen, warum man sich in der Depression so oder so verhält.
Da ich weiß, dass die Personen mich sehr lieben, und mich dennoch manchmal stark verletzen, kann ich mir auch vorstellen, dass bei einer noch stärkeren Ausprägung, ein Selbstmord ohne rationale Gedanken an die Konsequenzen durchgeführt werden kann.
Und ein Zusammenhang zur Persönlichkeit/Charakter kann nicht gezogen werden.
Macht Ihr mal ein 1000 Meterlauf wenn Euch die Lungenflügel fehlen.
Was den Hype betrifft, kann ich verstehen, dass einige darauf genervt reagieren.
Aber auch dazu habe ich es wieder selbst mitbekommen, wie ein Mensch durch den Bericht bei Spiegel TV weiter hilfreich über das Krankheitsbild aufgeklärt werden konnte.
Somit schaue ich mir sowas lieber an, als anderen Blub über am sozialen Abgrund lebenden Großfamilien, Einzelpersonen oder Bauern.
Man sollte lieber erschreckt darüber sein, wie schlimm eine Krankheit wie Depressionen werden kann.
Und ein Urteil zu fällen über einen kranken Menschen und das auf die Art und Weise finde ich keinerlei Weise in Ordnung.
Wenn einem das nicht interessiert kann man die Glotze auch einfach mal ausschalten!
Man kann als geistig gesunder Mensch sich kein Urteil über sowas erlauben. Schon gar nicht auf diese Art und Weise!
Oh doch, das kann und muss man, liebe Jessi!!!
Denn letztlich dürfte ich mich, wenn ich Deiner Argumentation folge, zu keinem Thema oder eher wenigen äußern, da ich maximal mittelbar betroffen bin! Das gleiche dürfte übrigens für Dich gelten…
Man sollte im vorliegenden Fall nicht vergessen, dass da ein Aufwand um eine Person betrieben wird, die eher wenig für unsere Gesellschaft geleistet hat. Das ist für sich gesehen ein harter Satz, ich weiß, aber der Vergleich hilft:
wenn so ein Brimborium bei Kaiser Franz oder Lodda gemacht wird, meinetwegen… Auch Helmut und Helmut, unsere beiden ehemaligen Kanzler, gehören in solch eine Nennung bestimmt rein. Richi Weizsäcker und der olle Herzog sicher auch. Steffi Graf, Bobbele, Schumi etc. pp..
Aber ganz bestimmt nicht ein achtfacher Nationaltorwart der sich selber das Leben genommen hat! Und da ist mir das auch egal, ob er Depressionen, Schulden oder sonst etwas gehabt hat.
Nur zur Klarstellung: Depressionen zu haben ist ein tragisches Schicksal ( Krebs, Aids und dergleichen aber auch ) und ich möchte bestimmt nicht so etwas haben! Ich habe mich auch weder über die Krankheit belustigt noch abfällig geäußert ( ja, das ist eine Krankheit, ohne Zweifel! ). Ich verstehe aber nicht, trotz der Krankheit, dass man seine Familie auf so eine Weise im Stich lässt. Da fehlt mir jegliches Verständnis! Der Mann hatte Frau und Kind!!! Ebensowenig verstehe ich es, wenn man andere Menschen dergestalt in sein selbstgewähltes Schicksal hineinzieht, indem man jetzt Traumata bei den Lokomotivführern erzeugt. Muss das wirklich sein? Und ich möchte auch nicht, dass so etwas durch eine riesige (!) Trauerarbeit legitimiert werden könnte.
Denn der Schluss für einfach Gemüter liegt nahe: Selbstmord ist ja halb so schlimm, alle trauern um mich und alles wird gut.
Kann es das sein?
Sehr gut formuliert, genauso sehe ich das auch. Es geht hier überhaupt nicht um die Depressionen, sondern das Event, dass man hier aus einer eigentlich völlig unwichtigen Person macht. Depression hin oder her, die gewählte Selbstmordvariante ist unverzeihlich! Und warum hier irgendein Torwart auf einmal fast wie ein Nationalheld gefeiert wird, will mir (uns) einfach nicht in den Kopf! Der Medienrummel ist wieder nur peinlich und wieder absolut am Thema vorbei. Jo, ich sehe es auch so, Selbstmord bekommt durch diese Aktion eine echt tolle neue Legitimation!
Man hätte den Fall gerne aufgreifen können und auch in diesem Fall auf die Krankheit aufmerksam machen können, aber diese Art und Weise geht gar nicht. Und mal ganz fies, Enke hätte sich in Grund und Boden geschämt, wenn er gewusst hätte, wie sehr das Ganze in der Presse breitgetreten wurde!
Auch ich möchte noch ‘mal kurz meinen Senf dazugeben.
Ich habe über 3o Jahre schon beruflich intensiv mit dieser Thematik zu tun gehabt und von Theorie bis zu bitterster Praxis alles kennengelernt. Mein Vater hat sich das Leben genommen, also auch damit habe ich Erfahrungen. In keinem der Kommentare in diesem Blog ist ein Urteil über Enke oder dessen Krankheit gefällt worden.
Und darum ging’s ja auch wirklich nicht. Da sitzen fremde Menschen, die Robert E. wahrscheinlich bis dahin nie gesehen haben, in der Kirche oder auf der Tribüne und heulen sich die Augen aus, weil ALLE Medien so’n Hype veranstalten; denen sind doch Enke - und die Krankheit - völlig egal. Andere mindestens genauso deprimierende Schicksale werden außen vor gelassen.
Tut mir leid, aber das musste noch einmal raus !
Dass das ganze Tralala um die Trauerfeier und den Hype kritisiert wird, kann ich vestehen und kann man auch zu recht kritisieren.
Man kann aber auch etwas positives draus ziehen.
Nur die Formulierung:” Was für ein feiges Schwein Du bist, Robert Enke”
finde ich einfach nicht angebracht. Weil man es einfach nicht einschätzen kann, wie es ist, wenn man Depressionen hat.
Der gute Robert hat - ganz im Gegensatz zu vielen anderen Betroffenen - sehr viele Hilfsangebote bekommen, er wusste, dass er krank war, wollte sich aber nicht helfen lassen und ist nur vor den Konsequenzen, die evtl. sein Fussballerleben betroffen hätten, nicht denen für Frau, Kind und Umfeld ausgewichen. Das ist wahrlich keine Größe !
Auch, wenn die Überschrift nicht von mir kommt, ist das schon feige - und der für ihn leichteste Ausweg. Wie gesagt: ich kenne viele Betroffene. Fast alle haben sich Ihrer Krankheit gestellt; und das waren wirklich keine einfachen Entscheidungen mit dauerhaften Auswirkungen und Lebensumstellungen, -beeinträchtigungen usw. Aber sie sind ihre Probleme aktiv angegangen; dazu gehören dann ggf. auch stationäre Behandlungen.
Sich selbst aus dem Staub zu machen und die Hinterbliebenen nicht nur mit deren schon vorhandenen Problemen alleine zu lassen, sondern noch zusätzliche draufzupacken, ist einfach nur schäbig; auch wenn man krank ist.
Übrigens: nur, weil man selbst depressiv ist oder war (da bleibt ja meist was nach), muss man das Krankheitsbild nicht unbedingt besser kennen als andere.
Ich finde die Resistenz fast schon beeindruckend.
Das nun gesagt wird, dass so viele Hilfsangebote geboten wurden. Mag sein - muss aber auch nicht sein - kann ich nicht beurteilen.
Viele Betroffene kommen daraus - viele andere bringen sich selbst um.
Könnte es da evtl. ein Bezug zu unterschiedlichen Ausprägungen der Krankheit geben?
Und natürlich kennt ein Depressiver nicht unbedingt das komplette Ausmaß der Krankheit, das ist ja das Problem. Deswegen ist es gut, das sowas durch die Presse geht. Das man auch dabei zuweit gehen kann, ist klar. Aber es muss komuniziert werden. Denn es gibt auch schlechte Ärzte, falsche Diagnosen etc.
Aber dennoch können weder ich noch Du darüber urteilen!
Es macht mich so böse und sauer!
Alle Depressiven, sollten sich auf machen und all die Hilfe annehmen, die die Gesellschaft ihnen bietet. Wäre schön, wenn alle es könnten.
Sie sollten erkennen, das sie einfach nur krank sind.
Aber weißte was, viele werden denken, dass sie depressiv sind, aber auch völlig bescheuert. Deswegen hat das Leben keinen Sinn, selbst wenn sie gesund werden. Also warum gesund werden?!
Und was bei Robert Enke abging weiß ich nicht, kann ich nicht beurteilen, auch wenn ein Bildreporter mir sein Leben erzählt hat.
In wie weit seine Frau ihm wirklich beiseite stand kann ich nicht beurteilen.
Aber sie wird nicht erzählen, dass sie überfodert war und es ständig nur Streit gab und sie keinen Bock mehr hatte.
Meine Güte, ich weiß es alles nicht!
Aber man sollte vorsichtig sein, was man sagt und worüber man urteilt!
Mir tut Frau, Kind, Lokführer und die gesamte Familie leid!
Und ja scheiße, dass die Depression Robert Enke in den Tod getrieben hat.
Und scheiße, dass er die Hilfe nicht suchen und annehmen konnte.
Scheiße, dass Robert Enke, nicht an die Öffentlichkeit gehen konnte, weil er Angst hatte, seine Familie nicht mehr unterhalten zu können.
Scheiße, dass Depressionen in Schüben kommen, und es zwischen durch immer wieder den Schein gibt, dass es ja doch klappt!
So viel ist dabei Scheiße gelaufen ja.
Aber was ich empfinde ist tiefstes Mitleid.
Und schreibt das, was ihr hier geschrieben habt mal an seine Frau und Hinterbliebenen…!
rest in peace, Robert Enke
Meine liebe Jessi,
ehrlich gesagt finde ich, dass Du zu emotional an die Sache rangehst.
Die Gründe dafür kennst nur Du, sie gehen mich auch nichts an, ich lasse mir allerdings von niemandem meine Meinung oder die meiner Vorredner zu einem Thema beschneiden!
Sollte Dir das nicht gefallen, bitte ich Dich, entweder einen Blick in unser Grundgesetz zu werfen, da findest Du Hilfestellung in Sachen Meinungsfreiheit oder einfach diesbezüglich derartige Entgleisungen zu unterlassen. Ich weiss auch nicht, warum Du das Wort “Resistenz” in diesem Zusammenhang nutzt, vielleicht solltest Du die von Dir eingeforderte Vorsicht im Umgang mit Aussagen Dir selber vor Augen halten!?
Ich weiß noch nicht einmal, ob Du moralisch ins Recht zu setzen wärst, der Verstand fällt letztlich das richtige Urteil!
Im Übrigen schreibst Du es doch selber und argumentierst letztlich wie meine Vorredner und ich:
“Mir tut Frau, Kind, Lokführer und die gesamte Familie leid!
Und ja scheiße, dass die Depression Robert Enke in den Tod getrieben hat.
Und scheiße, dass er die Hilfe nicht suchen und annehmen konnte.”
Wir sind ergo nicht so weit auseinander, um so mehr verwundert mich dann Dein energetisches Auftreten!
Was seine ( Enkes ) Angst an die Öffentlichkeit zu gehen betrifft, gehe ich mit Dir allerdings nicht D`accord. Ich weiß nicht, inwieweit Du Dich mit Fussball in Deutschland auskennst: es gab mal einen Fall Sebastian Deisler, gleiche Krankheit. Vorbildliches Verhalten seitens des Vereins ( ja, auch Bayern kann sich gut benehmen ) und ich wüsste nicht, dass sich die Öffentlichkeit über den Deisler lustig gemacht hätte! Und diese Situation musste nun nicht mit einem Selbstmord enden, komisch, es geht also auch anders!
Die von Dir geschilderte Existenzangst (oder die mittelbar aus dem Bild - Interview entlehnte ) möchte ich an dieser Stelle weit ins Surreale verweisen, wir reden hier über einen der Bestverdiener in Deutschland!!!
Da gibt es, glaube ich, weit mehr Menschen in unserem Land, die sich aus verschiedensten Gründen Existenzängste leisten dürfen!!!
Wir wollen doch auch mal bitte auf dem Boden der Tatsachen bleiben.
Mitleid empfinde ich jedoch nur begrenzt. Und ich habe auch nicht vor, Frau Enke meine Meinung mitzuteilen. Sie wird schon genug Meinungen gehört haben, die eher deine Richtung eingeschlagen haben. Und letztlich wird ihr es das auch nicht leichtermachen!
Die Illusion solltest Du Dir jetzt nicht machen.
Und ich bin weiterhin der Meinung, dass Du die Schattenseite dieser medialen Beleuchtung außer Acht lässt, denn letztlich wird hier ein Selbstmord sanktioniert und elendigst verharmlost. Ich weiß nicht, ob das wirklich sinnvoll ist. Aber diesbezüglich wiederhole ich mich.
So, dann ich auch noch mal, um das alles hier hoffentlich mal zu einem Ende zu bringen…
Zum einen sollten sich hier alle mal bezüglich ihrer emotionalen Entgleisungen an eigene Nase fassen, eigentlich sind sich hier alle in den Grundsätzen einig, Jessi ist privat von sehr schweren Fällen von Depressionen direkt betroffen und daher sicher auch emotionaler involviert als wir anderen.
Ich weiß auch nicht, wann wir hier vom eigentlichen Thema abgekommen sind und auf einmal doch die Depressionen “verharmlost” worden sind. Wir alle finden Selbstmord feige, egal, ob man keinen anderen Ausweg mehr sehen konnte oder nicht, wir alle finden den Medienrummel zum Kotzen und völlig deplatziert, auch hier sind wir uns einig. Warum ein B-Promi wie Robert Enke dermaßen hoch gehoben wird, erschließt sich uns auch allen nicht.
Aaaaaber…
Depressionen können wirklich schlimme Ausmaße annehmen, ich habe davon auch schon selber Ansätze erlebt und Selbstmordgedanken standen für mich hier immer in Verbindung damit, dass ich den Menschen, die ich liebe, eine Last abnehmen würde, nicht weil ich es selber für mich als Lösung gesehen habe. Zum Glück habe ich nie das Gefühl gehabt, meinem Umfeld mehr Negatives als Positives zu geben, daher kam Selbstmord für mich nie in Frage. Ich kann allerdings nachvollziehen, warum ab einem gewissen Punkt keine Hilfe mehr greift und man nur diese finale Konsequenz am Ende für sich sehen kann.
Und ich denke, hier sollten alle noch mal schauen, was sie hier so schreiben, denn es gibt wirklich einige Kommentare, die Depressionen deutlich einfacher darstellen als sie in Wirklichkeit sind. Depressionen sind eine Krankheit, die man schwer in den Griff bekommen kann, da sie stark von den äußeren Lebensfaktoren geprägt ist und sich hier auch der Versuch, den Depressionen entgegen zu wirken, sie noch verschlimmert. Ein Selbstmord hingegen ist immer feige, aber Depressionen sind ein ernstes Thema und können einen Menschen definitiv so weit treiben, dass er absolut irrational handelt.
Wäre schön, wenn wir uns hier darauf einigen könnten, dass wir Depressionen als Krankheit ernst nehmen und auch begreifen, dass mancher mit diesem Krankheitsbild den Selbstmord trotz aller Hilfestellungen von außen als einzige Konsequenz sehen kann (Man bekommt ja bei jeder neuen Hilfe ein noch schlechteres Gewissen, weil man wieder Menschen damit belastet, wie man ist…). Dass das trotzdem feige bleibt und auch gerade die Variante mit dem Zug wohl eine der blödesten überhaupt ist, sehen wir hier auch alle gleich.
Trotzdem möchte ich doch darum bitten, diese Diskussion damit als beendet zu betrachten, denn auch manche Bemerkungen, die hier gegen Jessi angebracht wurden, sehe ich als absolut unpassend und verletzend an. Wir vertreten hier grundsätzlich die gleiche Meinung und sollten vorsichtig sein, wie wir unser Urteil über eine Krankheit bilden, die wir vielleicht nur von außen oder selber nur in Ansätzen kennen und dafür nicht wirklich in alle Facetten einschätzen können.
Nur, weil wir hier von unterschiedlichen Ausgangspunkten mit gleichen Ansätzen an ein Thema herangehen und sicher nicht immer die gleiche Sprache sprechen, sollte sich hier keiner erneut dem anderen gegenüber im Ton vergreifen, und damit meine ich ALLE hier!
Wie es in den Wald hineinschallt, so auch heraus. Nicht wahr?
[...] den Medien. Doch neben der ganzen kollektiven Betroffenheit kann man sich auch mal ganz anders zum Todesfall von Robert Enke und dem Medienrummel darum [...]
Ich habe mir auch erlaubt, was zum Thema zu schreiben:
http://www.peer-spektive.de/kultur/robert-enke-doch-kein-ende